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Drei erfolgreiche Beispiele von Bodegas:

Weingut Weinert

Der deutschstämmige Brasilianer Carlos Weinert gründete 1975 ein eigenes Weingut in der Region Mendoza in einem kolonialen Backsteingebäude aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Seine Absicht war es, dort Weine von Weltklasse zu erzeugen. Dabei waren neue Barriques ein Tabu: Alle Weine reifen in großen, alten Eichenfässern. Der Schlüssel zum Erfolg von Weinert liegt wohl darin, dass das Weingut erst dann seine Weine auf den Markt bringt, wenn sie voll ausgereift sind. Aber das bracht viel Kapital, das dann langfristig gebunden ist. Zitat Vinum: Erfreulich, dass neben der Übermacht der modern-fruchtigen Überseeweine ein europäisch-traditioneller Erzeuger wie Weinert in nahezu allen Kategorien großartig dagegenhalten kann."

Das Traubengut stammt von alten Rebstöcken mit kleinen Erträgen aus den höher gelegenen Regionen von Luján de Cuyo und Tupungato.. Kräftige, feinkörnige Tannine und eine tiefe Farbe sind weitere Merkmale dieser Weine. Das Weingut besitzt derzeit keine eigenen Rebflächen mehr.

Die Weine werden frühestens nach vier Jahren auf den Markt gebracht, sie sind voll, komplex und haben ein hervorragendes Alterungspotential. Sie verlieren mit den Jahren ihre Ecken und Kanten. Ikonen der Kellerei sind die beiden Assemblagen in klassischem Bordeauxstil, mit Malbec, Cabernet und Merlot: Der grosse Cavas de Weinert, und sein kleiner Bruder Carrascal. Nur in ganz grossen Jahren werden die legendären „Estrella" herangezogen: Grossartige Weine, mit bis zu zwanzigjähriger Fassreife und trotzdem noch jugendlich im Geschmack!

Seit einigen Jahren ist der Schweizer Hubert Weber verantwortlich für diesen Betrieb. Er stammt ursprünglich aus dem Kanton Bern und hat nach seiner Ausbildung zum Kellermeister die Schweiz verlassen. Ihm obliegt die grosse Aufgabe, den traditionellen Weinert – Stil auch künftig zu bewahren. Er hat uns einen ganzen Nachmittag durch die Keller geführt und uns eine einmalige Degustation mit verschiedenen Jahrgängen serviert!

Im Keller lagern 1,3 Mio Liter Wein in 230 Holzfässern. Und das grösste Fass allein hat einen Inhalt von 44‘000 Liter und ist aus europäischer Eiche.

INTERESSANTES AUS MENDOZA
 
Anlässlich einer Argentinienreise im Dezember 2013 hatte ich Gelegenheit die Weinregion Mendoza zu besuchen.
Dank Tipps und Beziehungen zu Weinhändlern in der Schweiz wurden mir persönliche Besuche, Gespräche und Degustationen gewährt.


Der Weinbau in Argentinien
In der Statistik des OIV nimmt Argentinien weltweit, je nach Statistik, den 8. Rang in der Weinproduktion ein, dies unmittelbar hinter Chile.
Die Anbaufläche liegt derzeit bei rund 222‘000* Hektaren, die Weinproduktion 2012 bei rund 12 Mio hl. Dies entspricht etwa 0,6 Liter pro m2.
Argentinien produziert etwa 5 % der Welt-Weinproduktion.
(*15‘000 Hektaren dieser Rebfläche werden als Tafeltrauben und Rosinen verwendet).
Bis 1990 wurden praktisch nur Massenweine für den Lokalmarkt produziert. Seither nimmt die Produktion von Qualitätsweinen immer mehr zu,
was sich auch in der Exportstatistik niederschlägt. 1992/93 wurde auch die DOC Denominacion de Origen Controlada eingeführt, ähnlich unserem AOC,
mit dem Ziel einer nachhaltigen Qualitätsverbesserung. Aber im Gespräch mit den besuchten Weingütern habe ich festgestellt, dass dies kein grosses Thema ist. Die Betriebe arbeiten primär mit ihren eigenen Markennamen.

Anbau und Klima Der Weinbau wird in diesem riesigen Land auf einer Länge von 1800 Kilometer und einer Breite von 100 Kilometer entlang der Anden in 16 Provinzen betrieben. Am meisten in Mendoza, gefolgt von San Juan und La Rioja. Die Anbaugebiete gehen also vom tropischen Norden bis nach Patagonien im Süden und liegen auf einer Höhe von 600 bis 1700 Meter über Meer. Die grossen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind für einen Qualitätsweinbau von Vorteil. Das Klima ist sehr trocken (240 mm Niederschlag pro Jahr), entsprechend ist der Pflanzenschutz kein Problem: Fungizideinsatz ist nur 2-3 mal nötig. Allerdings wurde vor 3 Jahren der Traubenwickler „importiert" und dürfte bald zu einem Problem werden. Der limitierende Faktor im Anbau ist das Wasser: Dieses kommt als Schmelzwasser von den Anden und wird durch Kanäle in die Reben geleitet (Furchen- oder Flutbewässerung).
Einige Betriebe arbeiten auch mit Tropfbewässerung. Die Ansichten über die Auswirkungen der Bewässerungsart auf die Qualität und Lagerfähigkeit der Weine wiedersprechen sind. Die Anden haben einen grossen Einfluss auf das Klima. Entsprechend bilden sich täglich Wolken. Demzufolge sind intensive Gewitter mit Hagel und Sturm häufig, wie wir sie mehrmals selber erfahren haben. Deshalb sind viele Rebberge mit Hagelnetzen geschützt. Die Böden sind gut durchlässige Schwemmböden auf steinigem Bett, mit vulkanischem Ursprung, die den Weinen ihre unverkennbare Terroirnote vermitteln.

Hauptsorte ist natürlich Malbec, hier unter Hagelnetz

 
Sorten
Über die Hälfte der Fläche ist mit roten Qualitätssorten bestückt, davon an erster Stelle natürlich Malbec, gefolgt von Bonarda, Cabernet Sauvignon, Syrah, Tempranillo, Merlot etc. Eine Besonderheit des argentinischen Rebbaues ist das Alter der Reben: Viele Weingärten sind sehr alt (bis 100 jährig) und liefern daher besonders hochwertiges Traubengut. Die Reblaus ist zwar vorhanden aber angeblich nicht aggressiv. Daher sind ein Grossteil der Reben nach wie vor nicht veredelt und stehen auf eigenen Wurzeln! Sie sind sehr vital und auch die Weine sind dadurch möglicherweise viel intensiver und sortentypischer, dies die Meinung einiger Önologen, mit denen ich mich darüber unterhalten habe.

Betriebsstrukturen
Die extreme Bandbreite der Qualitäten von anonymen Billigprodukten bis zu hochwertigen Weinen ist auch auf die Strukturen des argentinischen Weinbaues zurückzuführen. Einerseits beherrschen ein paar Grossbetriebe den Premiumbereich im Exportmarkt, andererseits gibt es noch viele Nebenerwerbswinzer mit kleinen Flächen. Beispiele von bekannten wohlklingenden Namen sind: Chandon, Salentein, Catena Zapata, Trapice, Weinert, Vistalba, Luigi Bosca, Alta Vista, Lopez, Norton, Tapiz, Zuccardi, Don Cristobal, Colomé, Vina Maipu, Terrazas de los Andes sowie Dutzende andere!

Allgemeines
Die politischen Rahmenbedingungen in Argentinien sind nicht einfach. Die inoffizielle Inflation liegt bei 30 bis 40 % jährlich. Das ist natürlich dramatisch. Entsprechend hat das Einfluss auf die Konkurrenzfähigkeit, vor allem gegenüber Chile. Und der Druck auf den Wechselkurs und den Traubenpreis nehmen zu. Entsprechend werden einige Reben weniger gepflegt.
 

Drei erfolgreiche Beispiele von Bodegas:

Weingut Weinert

Der deutschstämmige Brasilianer Carlos Weinert gründete 1975 ein eigenes Weingut in der Region Mendoza in einem kolonialen Backsteingebäude aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Seine Absicht war es, dort Weine von Weltklasse zu erzeugen. Dabei waren neue Barriques ein Tabu: Alle Weine reifen in großen, alten Eichenfässern. Der Schlüssel zum Erfolg von Weinert liegt wohl darin, dass das Weingut erst dann seine Weine auf den Markt bringt, wenn sie voll ausgereift sind. Aber das braucht viel Kapital, das dann langfristig gebunden ist. Zitat Vinum: Erfreulich, dass neben der Übermacht der modern-fruchtigen Überseeweine ein europäisch-traditioneller Erzeuger wie Weinert in nahezu allen Kategorien großartig dagegenhalten kann."

Das Traubengut stammt von alten Rebstöcken mit kleinen Erträgen aus den höher gelegenen Regionen von Luján de Cuyo und Tupungato.. Kräftige, feinkörnige Tannine und eine tiefe Farbe sind weitere Merkmale dieser Weine. Das Weingut besitzt derzeit keine eigenen Rebflächen mehr.

Die Weine werden frühestens nach vier Jahren auf den Markt gebracht, sie sind voll, komplex und haben ein hervorragendes Alterungspotential. Sie verlieren mit den Jahren ihre Ecken und Kanten. Ikonen der Kellerei sind die beiden Assemblagen in klassischem Bordeauxstil, mit Malbec, Cabernet und Merlot: Der grosse Cavas de Weinert, und sein kleiner Bruder Carrascal. Nur in ganz grossen Jahren werden die legendären „Estrella" herangezogen: Grossartige Weine, mit bis zu zwanzigjähriger Fassreife und trotzdem noch jugendlich im Geschmack!

Seit einigen Jahren ist der Schweizer Hubert Weber verantwortlich für diesen Betrieb. Er stammt ursprünglich aus dem Kanton Bern und hat nach seiner Ausbildung zum Kellermeister die Schweiz verlassen. Ihm obliegt die grosse Aufgabe, den traditionellen Weinert – Stil auch künftig zu bewahren. Er hat uns einen ganzen Nachmittag durch die Keller geführt und uns eine einmalige Degustation mit verschiedenen Jahrgängen serviert!

Im Keller lagern 1,3 Mio Liter Wein in 230 Holzfässern. Und das grösste Fass allein hat einen Inhalt von 44‘000 Liter und ist aus europäischer Eiche.

 

Hubert Weber in seinem Kellerreich bei Weinert

Matias Riccitelli
Matias Riccitelli ist ein 30 jähriger argentinischer Önologe und Sohn des Chefönologen Jorge Riccitelli (Winemaker oft the year 2012) bei Norton. Matias arbeitet bei Fabre Montmayou und hat seit kurzem eine eigene, für argentinische Verhältnisse kleinere, Bodega im Nebenerwerb. Das Traubengut stammt von drei verschiedenen unterschiedlichen Terroir-Regionen: Vistalba, Perdriel (Lujan de Cuyo und Valle de Uco. Die Weine werden in Barriques ausgebaut. Ich hatte Gelegenheit, aus diesen Barriques die 2012-er Weine zu degustieren. Mehr und besser geht nicht: Tiefe dunkle Weine, fruchtig und mit viel Struktur. Seinem Vater hat er einen eigenen Wein gewidmet: The Apple Doesn’t Fall Far From The Tree Torrontés 2013 (der Apfel fällt nicht weit vom Stamm). Ganz nach dem Motto „um einen Wein zu verkaufen, braucht es auch eine gute Geschichte…."
 

Matias Riccitelli Matias Riccitelli ist ein 30 jähriger argentinischer Önologe und Sohn des Chefönologen Jorge Riccitelli (Winemaker oft the year 2012) bei Norton. Matias arbeitet bei Fabre Montmayou und hat seit kurzem eine eigene, für argentinische Verhältnisse kleinere, Bodega im Nebenerwerb. Das Traubengut stammt von drei verschiedenen unterschiedlichen Terroir-Regionen: Vistalba, Perdriel (Lujan de Cuyo und Valle de Uco. Die Weine werden in Barriques ausgebaut. Ich hatte Gelegenheit, aus diesen Barriques die 2012-er Weine zu degustieren. Mehr und besser geht nicht: Tiefe dunkle Weine, fruchtig und mit viel Struktur. Seinem Vater hat er einen eigenen Wein gewidmet: The Apple Doesn’t Fall Far From The Tree Torrontés 2013 (der Apfel fällt nicht weit vom Stamm). Ganz nach dem Motto „um einen Wein zu verkaufen, braucht es auch eine gute Geschichte…."

 

Matias Riccitelli’s Weine haben grosses Potential

 

Übrigens, Weine von Weinert und Matias Riccitelli können bei Vinos Argentinos, Bern www.vinos-argentinos.ch  bezogen werden!

Bodega Vistalba
Finca Pulenta-Vistalba: Die Bodega wurde 2002 von Carlos Pulenta, einem argentinischen Weinindustriellen, gegründet und ist daher noch sehr jung.
Nach mehr als 30 Jahren in verantwortlichen Positionen bei den Bodegas Trapiche sowie Salentein, entschied sich Carlos Pulenta, seine eigene Vorstellung von hochwertigen Mendoza-Cuvées zu verwirklichen. Vistalba ist die einzige Bodega in der Region, die auch den Namen Vistalba als Weinbezeichnung verwenden darf.

Rebfläche: Vistalba, Luján de Cuyo – Anbaufläche: 53 ha; Anbauhöhe 980 Meter über Meer; 6000 Rebstöcke pro Hektare, unveredelt. Durchschnittsalter 57 Jahre. Bewässerung mit Flutung. Sorten: Malbec , Cabernet Sauv., Merlot, Bonarda

 

Die Reben von Vistalba am Fuss der Anden

 
Finca Los Alamos: Auch die aus Trauben des zweiten familieneigenen Weinberges im Uco-Tal produzierten Weine der Arido- und Tomero-Linien verdienen Beachtung. Durch den Verzicht auf ausgiebigen Holzausbau steht hier die Frucht im Vordergrund und die Weine sind für den sofortigen Genuss geeignet. Der „Tomero" war über viele Jahrzehnte in Mendoza verantwortlich für die Sicherstellung der Wasserversorgung aus dem Mendoza-Fluss zu den Weingärten der Region. Rebfläche: Finca Los Alamos – Tunuyán, Valle de Uco – Anbaufläche: 400 ha Anbauhöhe: 1200 Meter über Meer; 5500 Rebstöcke pro Hektare, Durchschnittsalter: 30 Jahre Sorten: Malbec, Cabernet Sauvignon, Petit Verdot, Pinot Noir, Syrah, Chardonnay, Semillón, Vionier, Sauvignon Blanc

Verarbeitung
Die Trauben werden nach der Handernte mittels eines Kühltunnels auf – 10 Grad gekühlt und dort verlesen und separiert. Dann kommen sie in spezielle Gärtanks (diese wurden von Carlos Pulenta selber konzipiert) und bleiben dort drei bis fünf Tage zur Kaltmazeration. Die ganze Verarbeitung ist so konzipiert, dass keine Pumpen eingesetzt werden und das Traubengut schonend mittels Nutzung der Schwerkraft verarbeitet werden kann. Die Gärtanks verfügen über computergesteuerte, integrierte Mikro-Oxigenation und vollautomatische Temperaturkontrolle. Nach der Flaschenabfüllung erfolgt eine Flaschenlagerung bei 15 Grad und 80 % Luftfeuchtigkeit. Die Produktionskapazität des ganzen Betriebes liegt bei rund 1,3 Mio Liter Wein.

Vermarktung
30 % Inland 70 % Export (USA, Kanada, Brasilien, England) Vistalba Weine können in der Schweiz beim Wyhüsli in Koppigen bezogen werden  
 
Jürg Maurer Inforama Oeschberg Rebbaukommissär Kanton Bern
 
SZOW Titelblatt und Inhaltsverzeichnis
SZOW Reportage