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(K)ein verborgener Schatz:  
Die Brennerei  TAPAUS in Argentinien  
Viele Jahre lang wurden die gbürtigen Argentinier Sandra und Sergio Bunin im Auftrag verschiedener Rueckversicherer
in Europa sowie Nord- und Südamerika unterwegs, bevor sie sich vor 4 Jahren ganz aus diesem Geschäft zurückgezogen und etwas Völlig anderes in Angriff nahmen: den Aufbau einer Brennerei - der ersten in Argentinien, die Brände, Geiste und Liköre hoher Qualität herstellt.
Und der sie den indianischen Namen "TAPAUS", d.h. "verborgener Schatz", gegeben haben.
 

 

  Oben: Im malerischen Dörfchen Lunlunta wurde das moderne Brennererigebäude errichtet (links oben).

               Likörspezialitäten von TAPAUS

Mitarbeiterin Lorena vor einer der beiden Brennerianlagen Lagerung der Destillate in Glasballons
   

Zielstrebigkeit ist wohl eine Charaktereigenschaft, die man den beiden unbedingt bescheinigen muss, denn nachdem im Jahr 2001 die Entscheidung für den Aufbau einer Brennerei gefallen war, wurde umgehend mit der Realisierung dieses Vorhabens begonnen:
im De
zember 2002 wurde in Lunlunta, einem kleinen, malerischen Dorf 15 km südöstlich von Mendoza, ein geeignetes, ca. 6600 m2 grosses Areal erworben.

Mendoza ist mit seinen 1,1 Mio, Einwohnern Hauptstadt der gleichnamigen argentinischen Provinz und liegt 707 m.ü.M. im zentralen Westen Argentiniens am Fusse der Andenkodillere, die an dieser Stelle die höchsten Erhebungen (Cerro Aconcagua, 6959 m) aufweist.
Die Landschaft ist eine karge Trockensteppe, die aber in der
unmittelbaren Umgebung der Stadt bewässert wird. Dieses weitverzweigte Kanal- und Bewässerungssystem wird von Schmelzwasser aus den Anden gespeist. Das Klima ist trocken, sonnig und von den Temperaturen her gemäftigt, die Böden locker geschichtet, mineralreich und kalkhaltig - optimale Voraussetzungen für den Weinbau und für eine Brennerei, die ihren Basisalkohol aus Trauben herstellen will.


Die Baubewilligung für die Errichtung der Brennerei wurde rasch erteilt, investitionswillige Mitaktionáre waren gefunden (dem Ehepaar Bunin gehöhrt die Mehrheit, 49% teilen sich weitere sechs Aktionäre),
und mit dem Schweizer Oenologen Hubert Weber ein geeigneter Brennmeister eingestellt - so konnte im April 2003 mit dem Bau begonnen werden.

Errichtet wurde ein Gebäude mit 1800 m2 Nutzfläche, das sich mit der Verwendung von gespaltenen Steinen aus dem Fluss Mendoza und grossen Glasflächen harmonisch in die Landschaft einfügt und das mit dem 1. Preis für den besten Bau über 500 m2 von der Universität Mendoza ausgezeichnet wurde.

Im Januar 2003 war es dann soweit: Der erste Brennhafen ging in Betrieb, zwei Monate später der zweite. Die beiden modernen, z.T. computergesteuerten Dampfbrenngeráte aus der Kupferschmiede Wengert, Grünkraut-Gullen, fassen 200 bzw. 400 1. Die Beheizung des Dampfkessels (150000 kcal/h und 2,3 bar max. Arbeitsdruck) erfolgt mit Gas ( 4000 1 Gastank), demnächst soll ein Naturgasanschluss realisiert werden. Grosse Kellerräume für die Lagerung helfen Kühlenergie sparen, auch wird das Kühlwasser aus der Brennerei in einen kleinen, künstlichen See und dann wieder zurück geleitet.

In der Brennerei Tapaus werden verschiedene Tresterbrände aus weissen (Chardonnay, Sauvignon Blanc & Chenin) und roten Trauben (Merlot, Cabernet-Sauvignon, Cabernet Franc & Malbec) hergestellt, ausserdem Weinbrände der Sorten Malbec und Muskat (Pisco), Himbeer-, Anis- und Wacholdergeiste und zahlreiche Likörsorten (Zitronen-, Mandarinen-, Rosé-Grapefruit-, Honig-, Karamel- und Hagebuttenlikör, weitere Produkte sind in Vorbereitung.

Grösstes Problem der Bunins ist nicht etwa die Beschaffung des Ausgangsmaterials, das zum grössten Teil aus der näheren Umgebung stammt (wie der Honig vom Kreosotstrauch "Jarilla", der im Wüstengebiet von Mendoza w"chst), oder die Vermarktung der Produkte, die ab Kellerei bzw. durch die IWC&MI (International Wine Consultants & Merchants and Investors) erfolgt - es ist der Mangel an Fachkráften. Neben 10 Vollarbeitskräften werden 10 Teilzeitkräfte beschäftigt, nicht zuletzt auch, um den Dienstleistungsbereich weiter auszubauen: so z.B das Angebot von Betriebsbesichtigungen, Degustationen etc.

Das Konzept der Bunins ist so erfolgreich aufgegangen, dass sie die Verdoppelung ihrer Kapazitaten in den náchsten Monaten in Erwägung ziehen. Und auch weitere Produkte sind in Planung, so z.B. Wodka. ,,Schliesslich stammt die Kartoffel ja aus Südamerika", so Sandra Bunin.

Und
auf die Frage, ob sie denn den Schritt in die ,,Brennerei-Selbständigkeit" wieder machen würden, kommt es wie aus der Pistole geschossen: ,,Auf jeden Fall!"

Weitere Informationen/Kontakt: www.tapaus.com.ar
Brigitte Gassner, Peissenberg